Animal Checklist: eine Tierliste ohne Papierkram

Arne Kellmann · · ca. 7 Min. Lesezeit

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European Robin, Rotkehlchen und Erithacus rubecula sind drei Namen für dieselbe Art. Für eine Tierliste ist das ein ganz praktisches Problem: Du weißt, was du gesehen hast, aber vielleicht nicht, welchen Namen die App erwartet.

In Animal Checklist kannst du nach gebräuchlichen Namen in mehreren Sprachen und nach wissenschaftlichen Namen suchen. Tier finden, den Kreis antippen, fertig. Das ist die wichtigste Bedienung in dieser App, die ich entwickle. Dahinter steht eine Entscheidung darüber, wozu die Liste dienen soll: festhalten, welchen Arten du begegnet bist, ohne aus jeder Begegnung einen eigenen Datensatz zu machen.

Die App ist eine kostenlose persönliche Liste der Tiere, die du gesehen hast: beim Spaziergang, im Urlaub oder im Zoo. Du kannst sie auf dem Handy nutzen, zum Startbildschirm hinzufügen und auch offline verwenden. Vor dem ersten Häkchen musst du kein Konto anlegen.

Die Checkliste mit Deutschland-Filter: Suche, Lebensräume und Kreise zum Abhaken einer Art.
Die Checkliste mit Deutschland-Filter: Suche, Lebensräume und Kreise zum Abhaken einer Art. Produktseite. Screenshot der englischen Oberfläche vom 22.09.2026.

Ein Vogel, mehrere Namen

Öffne die Seite zum Rotkehlchen. Auf der Karte steht der wissenschaftliche Name Erithacus rubecula. Weiter unten findest du Namen wie European Robin, Petirrojo europeo und Rougegorge familier. Dazu kommen Lebensräume und eine kurze Beschreibung der Art.

Probiere die Suche nach „Rotkehlchen“ in der englischen Oberfläche aus. Der vertraute Name führt zu derselben Art wie „European robin“. Auf der Artseite kannst du anschließend die Namen vergleichen und mehr über den Vogel lesen, bevor du ihn markierst.

Dabei geht es um mehr als ein übersetztes Menü. Die Namen müssen zum selben Tier führen. Sonst könnte jemand beim Wechsel zwischen zwei Sprachen zwei Bezeichnungen für zwei verschiedene Einträge halten oder eine längst bekannte Art nicht finden. Auf der Rotkehlchen-Seite bildet der wissenschaftliche Name eine gemeinsame Referenz neben den vertrauten Namen. Du musst dir das Latein dafür nicht merken.

Einen bekannten Vogel nachzuschlagen und einen unbekannten zu bestimmen, sind unterschiedliche Aufgaben. Die Suche hilft bei der ersten; ein ähnliches Foto bestätigt keine unsichere Beobachtung. Wenn du bei der Bestimmung Hilfe brauchst, prüfe eine geeignete Quelle, bevor du den Vogel markierst. Die Liste hält deine Entscheidung fest, ohne sie zu überprüfen.

Die Rotkehlchen-Seite verbindet gebräuchliche Namen mit Erithacus rubecula.
Die Rotkehlchen-Seite verbindet gebräuchliche Namen mit Erithacus rubecula. Foto: Charlie Farrell / iNaturalist, CC0; Arttext: Wikipedia, CC BY-SA. Produktseite. Screenshot der englischen Oberfläche vom 22.09.2026.

Vom Namen zum Häkchen

Wenn du ein Rotkehlchen gesehen hast, tippst du seinen Kreis an und markierst die Art als gesehen. Begegnet dir morgen ein weiteres, braucht es keinen neuen Eintrag. Die Liste hält die Arten fest, ohne nach jeder einzelnen Begegnung einen Bericht zu verlangen.

Dabei bleiben Einzelheiten offen, die in einem Feldtagebuch stehen könnten: der Ort, die Zahl der Vögel und ihr Verhalten. In dieser App soll sich die wichtigste Handlung nach einem Spaziergang erledigen lassen, ohne den ganzen Ausflug zu rekonstruieren. Erkannte Tiere suchen, markieren und die Liste für das nächste Mal aufheben.

Die Website schließt Zoobesuche ebenso ein wie Begegnungen in freier Natur. Ob beides auf deine eigene Liste gehört, entscheidest du selbst.

Eine Artenliste beantwortet nicht jede Frage über Sichtungen

Stell dir drei Begegnungen mit Rotkehlchen vor: eine im Garten, eine im Urlaub und eine auf dem Arbeitsweg. In einer Artenliste kann dasselbe Häkchen für alle drei stehen. Ein Beobachtungstagebuch braucht drei Einträge, um Ort und Zeitpunkt zu bewahren. Keine Darstellung ist grundsätzlich besser; mit ihnen lassen sich später unterschiedliche Fragen beantworten.

„Habe ich schon einmal ein Rotkehlchen gesehen?“ ist eine passende Frage für die Checkliste. „Habe ich auf genau dieser Reise eines gesehen?“ verlangt womöglich bereits ein Notizbuch. „Tauchen die Rotkehlchen dieses Jahr früher hier auf?“ braucht datierte Beobachtungen und deutlich mehr Sorgfalt bei der Erhebung. Eine steigende Zahl auf einer persönlichen Liste beantwortet diese letzte Frage nicht.

Die Anleitung von iNaturalist für Beobachtungen macht den Unterschied deutlich: Ein Eintrag steht dort für die Begegnung mit einem einzelnen Organismus zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort. Der Ablauf unterstützt Fotos oder Tonaufnahmen als Belege und die Bestimmung durch die Community. Diese zusätzlichen Angaben haben einen Zweck. Wer Hilfe bei einer unsicheren Bestimmung sucht oder dokumentierte Beobachtungen beitragen möchte, findet dort den passenderen Ablauf als beim bloßen Abhaken einer Karte.

Animal Checklist nutzt unter anderem Ausgangsmaterial von iNaturalist. Ein Häkchen hier erstellt aber keine iNaturalist-Beobachtung. Ein Referenzfoto zeigt dir etwas über die Art; es belegt nicht deine eigene Begegnung. Diese beiden Dinge auseinanderzuhalten gehört zu einer ehrlichen Liste.

Deshalb würde ich die App nicht daran messen, wie viele Angaben sie verlangt. Weniger Eingaben erleichtern die kleine Aufgabe und lassen andere Fragen offen. Wenn du diese anderen Antworten brauchst, halte die Begegnungen in einem dafür geeigneten Werkzeug fest. Eine persönliche Artenliste lässt sich daneben weiterführen.

Die Liste auf ein anderes Handy mitnehmen

Das Rotkehlchen ist jetzt auf deinem Handy markiert. Um das Häkchen auf einen Laptop oder ein neues Handy mitzunehmen, brauchst du den Sync-Code.

Animal Checklist speichert die Sichtungen im Browser. Beim ersten Häkchen entsteht außerdem ein anonymer Sync-Code, den du auf der Sync-Seite findest. Gib ihn auf einem anderen Gerät ein, um die Liste dort wiederherzustellen. Bereits vorhandene Häkchen auf diesem Gerät bleiben erhalten; die beiden Listen werden zusammengeführt.

Die Sync-Seite bietet auch einen QR-Code für den Wechsel zwischen Geräten.

So entfällt ein Konto mit E-Mail-Adresse und Passwort. Dafür übernimmt der Code eine wichtige Aufgabe: Wer ihn kennt, kann die synchronisierte Liste lesen und verändern. Bewahre ihn privat auf und sichere ihn, bevor du Browserdaten löschst. Wenn du die App weiterempfiehlst, verschicke ihre Webadresse, nicht deinen Code. Die Datenschutzhinweise erklären die lokale Kopie und die Kopie auf dem Server.

Wiederherstellen heißt zusammenführen

„Wiederherstellen“ kann so klingen, als würde eine ältere gespeicherte Fassung alles auf dem Gerät ersetzen. Hier wird die gespeicherte Liste mit vorhandenen lokalen Häkchen verbunden. Der Unterschied zählt in einigen alltäglichen Situationen:

  • Ein neues Gerät: Es gibt noch keine lokalen Häkchen. Durch das Wiederherstellen kommt die gespeicherte Liste hinzu.
  • Zwei getrennt benutzte Geräte: Auf einem ist das Rotkehlchen markiert, auf dem anderen eine weitere Art. Beim Wiederherstellen werden die Auswahlen zusammengeführt. Du musst keine der beiden Listen verwerfen.
  • Zwei Personen mit eigenen Listen: Den Code der anderen Person einzugeben ist keine Möglichkeit, ihre Liste nur anzusehen. Er erlaubt den Zugriff auf die synchronisierte Liste und führt sie mit lokalen Häkchen zusammen. Zum Weiterempfehlen eignet sich die Webadresse der App.

Das sind Beispiele für das dokumentierte Zusammenführen, keine Zusagen zur Auflösung jedes denkbaren Bearbeitungskonflikts. Praktisch entscheidend ist: Sichere den Code, solange du noch Zugriff hast, und prüfe die Liste nach dem Wiederherstellen auf dem neuen Gerät.

Der Wechsel zwischen Geräten unterscheidet sich außerdem vom Wechsel zwischen Produkten. Der beschriebene Sync stellt die Liste innerhalb von Animal Checklist wieder her. Er ist kein allgemeiner Export, den du in einen beliebigen Naturbeobachtungsdienst importieren kannst. Auch das Löschen der Browserdaten betrifft die lokale Kopie, nicht die Kopie auf dem Server. Für deren Löschung beschreiben die Datenschutzhinweise eine eigene Anfrage. Ein Produkt ohne Konto hat weiterhin Daten, die du mitnehmen oder entfernen möchtest.

Die Fotos haben Quellen

Die Tierseiten sind zugleich kleine Nachschlageseiten. Auf der Infoseite steht, woher das Material stammt: Fotos aus iNaturalist und Wikimedia Commons unter CC0 beziehungsweise gemeinfrei, Zusammenfassungen aus Wikipedia und Artinformationen aus iNaturalist und Wikidata. Bildnachweise und Quellenlinks führen von der Karte zum Ausgangsmaterial. Sie trennen außerdem drei Dinge, die auf dem Bildschirm nah beieinanderliegen: das Referenzfoto, die Artbeschreibung und deine Entscheidung, das Tier zu markieren. Nur das Letzte ist dein persönlicher Sichtungsvermerk.

Wer noch einen Ausflug dafür sucht, findet in meinem EcoAloha-Artikel zur Pfaueninsel ein konkretes Planungsbeispiel für einen halben Tag ab Berlin.

Du kannst auch mit dem Rotkehlchen anfangen, das du längst erkennst: Namen suchen, Karte markieren und den Sync-Code sichern. Wenn du die Liste auf einem anderen Gerät wiederherstellst, kommt das Rotkehlchen mit. Mitgenommen wird die kleine Aussage, die du bewahren wolltest: Du hast diese Art gesehen. Der Ort, der Gesang und der konkrete Morgen gehören vielleicht in einen ausführlicheren Eintrag. Sie müssen aber nicht erst dokumentiert sein, bevor du dieses eine nützliche Häkchen setzen kannst.

Von Arne Kellmann, dem Entwickler von Animal Checklist. Produktbeschreibung am 22. September 2026 mit den öffentlichen Quellenseiten abgeglichen.